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Forderungspapier der Stiftung trias

Wir brauchen einen Kurswechsel!

Als Stiftung trias setzen wir uns seit vielen Jahren dafür ein, dass Grund und Boden dem Gemeinwohl dient: Als endliche Ressource und Lebensgrundlage für Mensch und Natur darf Boden nicht als Ware behandelt werden. Eine gemeinwohlorientierte Boden- und Wohnungspolitik ist Voraussetzung für soziale Stabilität, nachhaltigen Klimaschutz und demokratische Teilhabe und wichtiger Bestandteil der notwendigen sozial-ökologischen Transformation.

Stiftungs-, genossenschaftliche und kommunale Modelle machen es vor: ein nachhaltiger Umgang mit der Ressource Boden ist möglich. Ein Umgang, der soziale und ökologische Zielen zusammendenkt und zusammenbringt. Die Stiftung trias fordert von der Politik endlich einen klaren Kurswechsel hin zu mehr Gemeinwohl und eine strukturelle Verankerung und Förderung erbrobter bodenpolitischer Instrumente und Ansätze. Als gemeinnützige Akteurin mit einem breiten Netzwerk an Unterstützer*innen und Partner*innen bringt sie ihre Positionen und Forderungen auf vielfältige Weise in die gesellschaftliche Debatte ein. 

„Entscheidende Impulse für eine gemeinwohlorientierte Boden- und Wohnpolitik kommen aus der Praxis, von Gruppen und Initiativen aus der Zivilgesellschaft, die innovative und lebendig ausstrahlende Wohn- und Stadtteilprojekte umsetzen", so Manuel Blendin, verantwortlich für die ideelle Bildungsarbeit in der Stiftung. „Wir möchten diese Erfahrungen und Erfolge sichtbarer machen und in politische Prozesse einbringen. Gleichzeitig laden wir Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ein, gemeinsam an tragfähigen Lösungen zu arbeiten."


Zentrale Positionen der Stiftung trias umfassen:

Grund Boden dauerhaft der Spekulation entziehen 

Ziel einer gemeinwohlorientierten und nachhaltigen Bodenpolitik ist es, Grundstücke langfristig für soziale, kulturelle und ökologische Nutzungen zu sichern. Dies umfasst den Ausschluss spekulativer Weiterveräußerung und die langfristige Bindung von Boden für das Gemeinwohl, insbesondere durch Stiftungs-, genossenschaftliche und kommunale Modelle. 

Gemeinschaftliches Wohnen als skalierbares Modell anerkennen 

Gemeinschaftliche und genossenschaftliche Wohnformen sind kein Nischenmodell, sondern ein erprobter Ansatz für bezahlbares, inklusives und flächeneffizientes Wohnen. Sie stärken sozialen Zusammenhalt, demokratische Selbstorganisation und suffiziente Wohnkonzepte und müssen strukturell gefördert werden. Gemeinwohlorientierte, demokratisch organisierte Wohnformen sind ein Baustein einer gesellschaftlichen Strategie gegen rechte Landnahme, Ausgrenzung und Menschenhass. 

Sozial-ökologische Transformation von Wohnen und Bauen 

Wohn- und Bodenpolitik sind ein zentraler Bestandteil der sozial-ökologischen Transformation. Ökologische Sanierung und Bestandserhaltung sowie flächensparende, gemeinschaftlich genutzte Wohnformen haben ein großes Potenzial, Umwelt- und gesellschaftliche Kosten von Wohnen und Bauen zu reduzieren. Suffizienz ist Voraussetzung für Klimaschutz im Gebäudesektor. 

Die politische Forderungen lauten:

Die Stiftung trias fordert einen klaren politischen Kurswechsel hin zu mehr Gemeinwohl: dauerhafte Bodensicherung, Anerkennung und Förderung gemeinschaftlicher Wohnformen, sozial-ökologische Transformation von Wohnen und Bauen. 

Bodenpolitik  

Bodenpolitik als eigenständiges Politikfeld etablieren: 

  • strukturelle Verankerung von Bodenpolitik als Querschnittsaufgabe in der Wohnungs-, Klima-, Kommunal- und Landwirtschaftspolitik 
  • Entwicklung einer koordinierten, ressortübergreifenden Bodenstrategie als Grundlage einer handlungsfähigen Bodenpolitik 
  • regelmäßiges Bodenmonitoring zu Preisen, Flächenverbrauch und Eigentumskonzentration 

Kommunale Bodenpolitik durch rechtssichere und wirksame Instrumente stärken: 

  • Stärkung der Vorkaufsrechte einschließlich Preisfindung nach Ertragswert
  • Schließung von Umgehungstatbeständen (z. B. Share Deals) 
  • Verpflichtende Konzeptvergabe statt Höchstpreis 
  • Förderung kommunaler Boden- und Bodenvorratsfonds 
  • gezielter Aufbau von Personal und Fachkompetenz in Kommunen 

Erbbaurecht als zentrales Instrument fördern: 

  • Befreiung gemeinwohlorientierter Akteur*innen von der Grunderwerbsteuer
  • Beseitigung regulatorischer Benachteiligungen des Erbbaurechts 
  • bessere Anerkennung des Erbbaurechts bei der Kreditvergabe 

Gemeinschaftliches Wohnen und Gemeinwohlorientierung  

Genossenschaften, gemeinschaftliche Wohninitiativen sowie stiftungs- und syndikatsähnliche Modelle fördern: 

  • Öffentliche Grundstücke bevorzugt nach Konzept, gemeinwohlorientiert vergeben
  • Gründungs- und Anschubförderungen 
  • steuerliche Entlastungen (u. a. Grund-, Erb- und Schenkungssteuer) 
  • staatliche Bürgschaften und Förderbankinstrumente 
  • keine Benachteiligung zivilgesellschaftlicher Akteur*innen durch Prospektpflichtigkeit u.ä. 
  • Förderung von Beratung, Moderation und Projektbegleitung auch in frühen Projektphasen  

Neue Wohngemeinnützigkeit wirksam ausstatten 

  • haushaltswirksamen Investitionszuschuss schaffen 

Zivilgesellschaftliche Expertise systematisch einbinden 

  • institutionalisierte Austauschformate zwischen öffentlicher Hand und gemeinwohlorientierten Akteur*innen
  • Förderung von Bildungs- und Wissensplattformen 

Sozial-ökologische Transformation von Wohnen und Bauen 

Vorrang von Umbau, Sanierung und Bestandserhaltung 

  • Umgestaltung bestehender Förderinstrumente  

Sanierung und Neubau mit nachwachsenden Rohstoffen 

  • Umgestaltung bestehender Förderinstrumente  

Förderung von Sanierung und Neubau mit nachwachsenden Rohstoffen

Reduktion von Bodenversiegelung 

Flächeneffiziente, nutzungsgemischte Quartiere, 

Suffiziente Wohnkonzepte mit gemeinschaftlich genutzten Flächen 


>> das Positionspapier als pdf (zum Herunterladen)