Alte Schule Karlshorst

Portrait

Alte Schule Karlshorst

Soziales Miteinander im Mehrgenerationenwohnprojekt in Berlin

 

Beschreibung

Jung und Alt, Menschen mit und ohne Behinderung und Pflegebedürftige leben seit 2007 miteinander unter einem Dach und finden im Gebäude der denkmalgeschützten ehemaligen Gemeindeschule in Berlin Karlshorst und seit 2013 auch in der dazugehörigen Turnhalle Platz. 28 Individuell gestaltete Wohnungen bieten die gewünschten Rückzugsmöglichkeiten, während Garten, Gartenhaus und Gemeinschaftsraum dem Bedürfnis nach Gemeinschaft Rechnung tragen. Die Wohnungen sind an die individuellen Bedürfnisse der Bewohner*innen angepasst. Behindertengerechte Zugänge zum Haus und ein Aufzug helfen Älteren und Menschen mit Behinderungen fast alle Ebenen des Hauses zu erreichen.

Von Anfang an wurden die künftigen Bewohner*innen bei Planung und Bau in alle wesentlichen Entscheidungen durch den Projektträger SelbstBau eG einbezogen. In regelmäßig stattfindenden Hausversammlungen wurden und werden anstehende Fragen und Probleme beraten. Auch bei der Vergabe freier Wohnungen hat die Hausgemeinschaft ein gewichtiges Mitspracherecht. Die Gemeinschaft im Haus setzt sich aus jungen Familien, Alleinstehenden, Menschen mit körperlichen Schwächen, agilen Senioren und der Kinder-WG mit ihren Betreuern zusammen.

Der Garten, der von allen genutzt wird, ist über 3.000 m² groß und durch alten, denkmalgeschützten Baumbestand geprägt. Er wurde nach und nach durch die Hausgemeinschaft selbst gestaltet. Hier sind Spielplätze, Beete und Wiesen angelegt. Auch ein Gartenhaus mit ca. 40 m² gehört zur Gemeinschaftsfläche.

Neben den 28 Wohnungen besteht in der Alten Schule Karlshorst auch eine Kinder-WG des Kinderhauses Berlin-Mark Brandenburg e. V., für die entsprechend der Anforderungen das Erdgeschoss geplant und realisiert wurde. Hier leben zehn Kinder, welche aus unterschiedlichen Gründen gegenwärtig nicht bei ihren Familien sein können. Sie werden rund um die Uhr von Mitarbeiter*innen des Vereins betreut. Ein Teil der Gewerbefläche im Erd- und Untergeschoss wird zudem durch das IN VIA Center, ein Projekt für Mädchen- und Frauensozialarbeit mit vielfältigem Angebot genutzt.

Das Mehrgenerationenwohnprojekt „Alte Schule Karlshorst“ wurde 2009 vom Rat für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung als „Leuchtturm-Projekt“ ausgezeichnet. Dabei waren vor allem das Engagement für das Miteinander von jung und alt sowie der altengerechten und energetischen Umbau der denkmalgeschützten Gemeindeschule zu einem Wohnhaus für alle Generationen ausschlaggebend für die Auszeichnung. Damit gehörte das Projekt bei 336 Bewerbungen zu den 40 besonders herausragenden Initiativen im Bundeswettbewerb „Generationendialog in der Praxis – Bürger initiieren Nachhaltigkeit“.

Themen

  • Mehrgenerationenwohnen

    Junge Familien, Alleinstehende, ältere Junggebliebene, Menschen mit Behinderungen, Pflegebedürftige leben unter einem Dach.

  • Gegenseitige Hilfe und Gemeinschaft

    Jung und Alt leben gemeinsam in gegenseitiger Hilfe miteinander. Auch sozial verträgliche Mieten sind durch WBS gewährleistet.

  • Raum für Soziales

    Neben der zur Gemeinschaft gehörenden Kinder-WG, sind auf den Gewerbeflächen auch ein Projekt zur Mädchen- und Frauensozialarbeit (IN VIA Center) zuhause.

 

Projekt und die Stiftung

Die Stiftung trias ist in diesem Projekt Grundstückeigentürmers und sichert die Projektziele langfristig über einen Erbbaurechtsvertrag (99 Jahre). Das Nutzungsrecht für das Gebäude wurde 2005 über den Erbbaurechtsvertrag an die Mietergenossenschaft SelbstBau eG übertragen. Die Stiftung trias entzieht das Gründstück damit der Spekulation und schützt über den Zweckparagrafen langfristig die Ziele der Projektgründer*innen.