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Projekt in Entwicklung

Thüringen-Premiere in Weimar

Erstmals plant eine kommunale Wohnungsgesellschaft in Thüringen den Verkauf einer ihrer Immobilien an die Stiftung trias – um damit dauerhaft gemeinwohlorientiertes Eigentum zu schaffen und zukünftiger Spekulation einen Riegel vorzuschieben.

Die Weimarer Wohnstätte GmbH möchte die Lisztstraße 12; ein unsaniertes Gründerzeithaus mit rund 600 m² Wohnfläche, verkaufen. Den Zuschlag erhielt im Januar 2026 nicht ein kommerzieller Investor, sondern der gemeinnützige Lösungslabor e.V. mit seiner Tochtergesellschaft Häuser für Alle Weimar GmbH. Laut dem eingereichten Nutzungskonzept erwirbt die Stiftung trias den Grund und Boden und gibt ihn im Erbbaurecht an die GmbH weiter. So wird das Grundstück dauerhaft der Spekulation entzogen.

Das Projekt baut auf einem bewährten Fundament: 2022 überführte der Lösungslabor e.V. bereits die WerkBank Weimar in der Schubertstraße 10 in kollektives Eigentum – Thüringens ersten selbstverwalteten Co-Working-Space. Die Lisztstraße 12 ist nun das zweite Projekt der ersten Thüringer Dachgesellschaft für selbstverwaltete Hausprojekte. Das Rechtskonstrukt aus gemeinnützigem Verein, Verwaltungs-GmbH und Bodenstiftung soll Mietergemeinschaften schnelle Hauskäufe ohne Neugründung von Rechtsträgern ermöglichen – ähnlich dem Mietshäuser Syndikat, aber mit stark regionalem Fokus.

Besonders wichtig: Gelingt der Kauf, können die aktuellen Bestandsmietenden ihr Zuhause behalten. Sie werden Vereinsmitglieder, bilden eine eigenständige Projektgruppe für ihr Hausprojekt, entscheiden selbst über den Sanierungsgrad, die Belegung freier Wohnungen und können nach der Sanierung wieder einziehen. Scheitert der Kauf, wäre Verdrängung durch einen kommerziellen Käufer die wahrscheinlichste Alternative.

Das Projekt hat Modellcharakter. Nach der Vision des Lösungslabor e.V. sollen weitere Städte mit angespannten Wohnungsmärkten von diesem Weg lernen und eigene Dachgesellschaften aufbauen. Die Stiftung trias könnte mit der Liszstraße 12 in Thüringen als verlässliche Partnerin für gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung Fuß fassen und weitere kommunale Wohnungsunternehmen von der Idee begeistern.

Damit der Kauf gelingt, benötigt die Stiftung finanzielle Unterstützung in Form von Darlehen und Zustiftungen. Bis Ende April müssen 100.000 €, bis Juni 2026 insgesamt 250.000 € aufgebracht werden.

Die Akteur*innen haben zusätzlich eine Direktkredit-Kampagne gestartet unter www.haeuser-fuer-alle.org.

Wir stehen für Ihre Fragen zum Projekt und individuellen Möglichkeiten der Unterstützung gern beratend zur Verfügung - nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Ihr Ansprechpartner: David Matthée, E-Mail: david.matthée@stiftung-trias.de, Tel.: +49 2324 56970-93

>> Informationen zu Schenken, Stiften und Darlehen