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Neues Erbbaurechtsprojekt

Eisenbahnstrasse 97 in Leipzig: Ein Haus wird Gemeingut!


"Endlich keine Spekulation mehr und keine Angst vor Verdrängung, stattdessen dauerhaft stabile Mieten und selbstbestimmtes, nachhaltiges Wohnen für mehr als 30 Menschen sowie Raum für das unkommerzielle soziale Zentrum Con Han Hop!

Im Osten von Leipzig ist ein Projekt gegen die Spekulation geglückt: Gemeinsam mit der Hausgemeinschaft konnte die Eisenbahnstrasse 97 als Zuhause mit bezahlbaren Mieten gesichert und der Weg in eine gemeinwohlorientierte Eigentumsstruktur geebnet werden. Für die unter Druck geratene Hausgemeinschaft ein großer Erfolg nach langjährigem Einsatz, selbstbestimmt zu wohnen und den kulturellen Begegnungsraum für das Quartier aufrechtzuerhalten.

In dem Haus, in dem 30 Menschen wohnen, finden regelmäßig Lesungen, Kunstausstellungen, Diskussionen und Filmabende, ermöglicht auch durch das Ladenprojekt Con Han Hop. Ein Ort für kollektives Lernen und Experimentieren jenseits von kommerziellen Interessen und für gelebte Demokratie.

Mit einem Eigentümerwechsel im Jahr 2023 geriet die Hausgemeinschaft dann zunehmend unter Druck. Kündigungen, Räumungsklagen und Konflikte um die grundlegende Versorgung prägten die Situation. Für die Bewohner*innen der sogenannten E97 stellte sich damit eine grundsätzliche Frage: Wie lässt sich das eigene Zuhause langfristig sichern?

Die Antwort der Hausgemeinschaft lautete: gemeinschaftliches Handeln. Die Bewohner*innen organisierten sich, suchten rechtliche Unterstützung und machten ihre Situation öffentlich. Mehrere gerichtliche Auseinandersetzungen konnten erfolgreich geführt werden. Parallel dazu entwickelte die Hausgemeinschaft eine Perspektive, die über die akute Verteidigung hinausging: den Erwerb des Hauses und die Überführung in eine dauerhaft sichere Struktur.

Hierzu bediente sich die Hausgemeinschaft an der Logik des Mietshäusersyndikats und gründete eine GmbH, die ab sofort die Verantwortung für die Liegenschaft trägt. Wie Schenkgeld wirken und gestalten kann, zeigt sich abermals, denn: Der Grund und Boden konnte dank einer großzügigen Zustiftung von der Stiftung trias gekauft werden. 

Das Projekt ist mehr als die Rettung eines Hauses. Es macht deutlich: Wenn Menschen sich organisieren, Verantwortung übernehmen und tragfähige Strukturen entwickeln, können Häuser selbstorganisierte und dauerhaft gesicherte Orte für bezahlbares Wohnen, Austausch und Kultur werden. 

"Die E97 zeigt auch anderen Projekten eine Perspektive auf", so David Matthée, Vorstand der Stiftung trias. " Wir freuen uns, wenn von diesem Projekt eine Signalwirkung ausgeht. Es zeigt, ein anderer Umgang mit Grund und Boden hin zu mehr Gemeinwohl ist möglich!" 

Wir danken der Gruppe und der Stifterin sehr herzlich für ihr Engagement.