Ein Haus für die Kunst

BARAC Mannheim

Portrait

Auf einen Blick

Idee: Wohnen, Kunst und Inklusion verbinden sich auf einem ehemaligen Militärgelände zu einem ganzheitlichen Konzept

Themen: Wohnen, Kunst, Inklusion

Wo, seit wann: Mannheim, Stadtteil Franklin, seit 2016

Objekt: Ehemaliges Wehrmachtsgebäude (1936 errichtet), 5.800 m² Grundstücksfläche, 4.400 m² Wohn- und Nutzfläche, knapp 40 Wohnungen/ Zimmer, diverse Räume zum Kreativsein und Experimentieren, Garten, Galerieräume, großer Gemeinschaftsraum

Bewohnerschaft: Menschen im Alter von 2 bis 60 Jahren leben in verschiedenen Wohnkonzepten

Beschreibung

Im Projekt BARAC GmbH im Stadtteil Mannheim Franklin verbinden sich seit 2016 Wohnen, Kunst und Inklusion zu einem ganzheitlichen Konzept. Das 5.800 m² große Grundstück ist Teil einer großen Konversionsfläche eines ehemaligen US-Militärgeländes, auf dem seit 2010 ein neuer Stadtteil entwickelt wird. Das Zuhause von BARAC ist ein 1936 als Wehrmachtsgebäude errichteter U-förmiger Bau.

Mit 4.400 m² Wohn- und Nutzfläche bietet das Gebäude aktuell Menschen im Alter von 2 bis 60 Jahren ein Zuhause und Platz für unterschiedlichste weitere Nutzungen. Von den knapp 40 Wohnungen/ Zimmern sind bisher 70 Prozent vermietet. Der Bezug der weiteren Wohnfläche wird nach dem Abschließen von noch ausstehenden Umbaumaßnahmen möglich sein.

Ein wichtiger Bestandteil von BARAC sind die verschiedenen Labore - Erdlabor, Farblabor, Fotolabor, Küchenlabor - die Raum zum Kreativsein und Experimentieren bieten. Im Erdlabor wird mit lehmhaltiger Erde getöpfert, die aus den vielen Baustellen auf Franklin gewonnen wurde. Im Farblabor ist die Herstellung von Farben aus natürlichen Pigmenten, die z.B. dem benachbarten Wald entstammen, im Vordergrund. Die Labore leben vom Miteinander, es wird BARAC-Geschirr hergestellt, Tapete gefärbt und für die nächste Veranstaltung gekocht. Auch die Grundschüler*innen einer Ganztagsschule, die wöchentlich in den Laboren tüfteln, tragen zu einem kreativen Austausch bei. Zudem gibt es einen Garten mit kleinen Beeten und Blick auf den Wald, Galerieräume und Treppenhäuser, die künstlerische Arbeiten zeigen, sowie einen großen Gemeinschaftsraum mit langer Tafel im Mittelbau, der einen Ort zum Zusammenkommen für Weihnachts- und Geburtstagsfeiern, wie auch für Theater- oder Performancevorstellungen darstellt.

Themen

  • Wohnen

    Um einer bunten Mischung von Menschen das Leben im Projekt BARAC zu ermöglichen, ist bezahlbarer Wohnraum eine Voraussetzung. Hierfür liegen in allen Wohnparteien die Mieten deutlich unter dem örtlichen Mietenspiegel. Hinzu kommen verschiedene Gemeinschaftsflächen, die von allen Hausbewohner*innen genutzt und belebt werden können und sollen, wie z.B. die Labore, der Garten und der Mittelbau. Im Haus gibt es große und kleine Wohnungen, WGs und auch Einzelapartments, sodass BARAC verschiedene Wohnkonzepte vereint. Auch der Weg zu künstlerischen Angeboten wie Ausstellungen und Veranstaltungen ist bei BARAC immer kurz, was zusätzlich Lebensqualität schafft.

  • Inklusion

    Die Idee ist es, die Vokabel „Inklusion“ mit Leben zu füllen, indem die Partizipation an den Angeboten von BARAC zum selbstverständlichen Alltag wird. In verschiedenen Aufgabenfeldern wie Verwaltung, Facility Management etc. sollen Inklusionsarbeitsplätze entstehen. Bisher existiert eine Stelle im freiwilligen sozialen Jahr. Weitere Arbeitsmöglichkeiten sind in Vorbereitung. Das Haus bietet Wohnraum sowohl für Menschen mit Einschränkungen, für die Treppen kein Hindernis darstellen, als auch für Menschen mit intensivem Assistenzbedarf und ihre Betreuer oder Betreuerinnen. Einige der Wohnungen bieten ein rollstuhlgerechtes Bad sowie gemeinsam genutzte Wohnküchen.

  • Kunst

    Das Konzept „Artist Residence“ richtet sich als Postgraduierten-Programm an Absolvent*innen staatlicher Kunstakademien und bietet damit eine gezielte Nachwuchsförderung im Bereich der Bildenden Künste in der Region. Während sich die Künstler*innen unter konventionellen Arbeitsbedingungen in starker Abhängigkeit zum Kunstmarkt befinden, bietet ihnen BARAC Unterstützung sowie Ateliers und damit ein erhebliches Maß an Unabhängigkeit. Die regionale Kunstszene wird mit der überregionalen zeitgenössischen Kunstszene vernetzt und durch Publikationen, Vernissagen und dem Ausstellungsraum einem breiten Publikum zugänglich.

Gebäude

Bei der Planung der Sanierung wurde möglichst viel der vorhandenen Bausubstanz einbezogen, um den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu bewahren und klima- und ressourcenschonend zu sanieren. In diesem Sinne werden die im Rahmen der Sanierung bzw. Modernisierungen anfallenden Materialien so weit als möglich dem Recycling zugeführt oder eine weitere Verwendung als Sekundärrohstoffe eingeplant. Bereits während der Wiederinbetriebnahme des Gebäudes wurde durch internationale Workcamps dem Prinzip der Vielfalt der Gesellschaft Rechnung getragen.

Projekt und die Stiftung

Grund und Boden gehören der Stiftung trias. Über einen 99-jährigen Erbbaurechtsvertrag werden die Ziele des Projektes langfristig gesichert und das Grundstück dauerhaft der Spekulation entzogen.

Weitere Informationen

Stand: Februar 2022